Luftzirkulation und Belüftung im Grow Room: Warum sie so wichtig sind und wie man sie optimiert".

Green Mile S.à r.l.
Blogbeiträge / Kommentare 0
Luftzirkulation und Belüftung im Grow Room: Warum sie so wichtig sind und wie man sie optimiert". - Luftzirkulation und Belüftung im Grow Room: Warum sie so wichtig sind und wie man sie optimiert".

Luftzirkulation und Belüftung im Grow Room: Warum sie so wichtig sind und wie man sie optimiert

Jeder Homegrower träumt von einer großen und feinen Ernte. Um das zu erreichen, muss beim Aufbau des Grow Rooms einiges beachtet werden. Besonders wichtig sind die richtige Belüftung und eine ausreichende Luftzirkulation. Wenn diese zwei Punkte nicht gegeben sind, kommt es schnell zu Schädlingen, Krankheiten und eingeschränktem Wachstum der Pflanzen.
Doch obwohl die Belüftung so essenziell ist, wird sie gerade von Anfängern oft vernachlässigt. Deswegen haben wir hier noch einmal zusammengefasst, worauf ihr achten solltet. 

Bedeutung von Luftzirkulation und Belüftung

Es gibt mehrere Gründe, warum ein ausgeklügeltes Lüftungssystem ein absolutes Muss in jedem Growzelt ist. 

Photosynthese

Cannabis benötigt, wie jede andere Pflanze auch, Frischluft zur Photosynthese. Dabei handelt es sich um den Prozess, bei dem Licht, Kohlenstoffdioxid und Wasser in chemische Energie umgewandelt werden. Letztere bilden die „Nahrung“ für die Pflanze, sind also essentiell für den Stoffwechsel. Wenn Pflanzen keine Photosynthese betreiben können, verkümmern sie und sterben irgendwann ab.

Transpiration 

Während der Photosynthese haben Cannabispflanzen eine natürliche Transpiration. Einfacher gesagt, sie schwitzen. Für diesen Prozess haben sie kleine Öffnungen an den Unterseiten ihrer Blätter. Diese sogenannten Stomata sowie die äußere Wachsschicht des Blattes (Kutikula) schaffen beim Transpirieren eine Art Sog, wodurch sie Wasser und Nährstoffe von unten hochziehen und den Rest der Pflanze damit versorgen. Sie können allerdings nicht das komplette Wasser halten, sondern „schwitzen“ einen Teil davon wieder aus. Dieses ausgeschiedene Wasser verdunstet und erhöht langsam die Luftfeuchtigkeit im Grow Room. Das wiederum begünstigt, falls keine Gegenmaßnahmen getroffen werden, Schimmel, Ungeziefer und Krankheiten. So kann es zum Beispiel zu Mehltau oder auch 
Wurzelfäule kommen, da die Erde durch die hohe Luftfeuchtigkeit länger nass bleibt.   

Temperatur

Auch die Temperatur ist bei den Überlegungen rund um ein Lüftungssystem nicht zu vernachlässigen. Denn durch die Anbaulampen im Grow Room kann sie schnell in die Höhe getrieben werden – selbst beim Einsatz von modernen LED-Lampen, die etwas weniger Wärme abgeben. Viele Grower vertrauen zudem weiterhin auf die klassischen Natriumdampf- und Metallhalogenlampen, da diese normalerweise einen höheren Ertrag bringen. Sie erzeugen aber auch mehr Wärme, sodass umso mehr aufgepasst werden muss.  
Wer hier nicht durch den Einsatz von Ventilatoren oder einem Abluftsystem entgegenwirkt, riskiert nicht nur seine schöne Ernte, sondern schafft auch schnell eine ideale Brutstätte für Schädlinge. Und wer sich schon einmal mit Plagen wie Spinnmilben, Blattläusen und Trauermücken herumärgern musste, weiß, dass das kein Spaß ist.   

Woraus besteht ein richtiges Lüftungssystem?

Um den oben genannten Problemen vorzubeugen, braucht jeder Grow Room ein ordentliches Lüftungssystem. Dessen Ziel ist es einfach gesagt, die verbrauchte, feuchte Luft im Inneren des Zeltes durch kühle Frischluft zu ersetzen. Es reguliert aber nicht nur die Temperatur und Luftfeuchtigkeit, sondern beugt auch unerwünschten Gerüchen vor.  

Ein Lüftungssystem besteht aus drei Hauptkomponenten: 

Abluftsystem
Aktivkohlefilter
Ventilatoren

Abluftsystem

Das Abluftsystem ist dafür verantwortlich, die alte Luft aus dem Grow Room zu ziehen. Es besteht aus einem Absaugventilator bzw. Lüfter und einem Rohr oder Schlauch. Der Lüfter wird am besten im oberen Teil des Grow Rooms angebracht, weil heiße Luft immer nach oben steigt. 
Da es mittlerweile eine Vielzahl an Abluftsystemen auf dem Markt gibt, sind gerade Anfänger oftmals mit der Auswahl eines Modells überfordert. Dabei ist die Entscheidung in erster Linie abhängig von der Größe eures Zeltes. Um das passende System zu finden, gibt es einen einfachen Wert, der berechnet werden kann: Kubikfuß pro Minute (CFM). Er gibt an, wie viel Luft der Absaugventilator pro Minute bewegen kann. 
Um einen passenden Lüfter auszuwählen, berechnet man zuerst das Volumen des Grow Rooms. Dies wird üblicherweiße in Fuß angegeben. Bei einem Zelt, mit 5 Fuß Länge, 2 Fuß Breite und 5 Fuß Höhe, wären das also zum Beispiel: 
5ft x 2ft x 5ft = 50 ft
Als Faustregel sollte man sich für einen Absauglüfter entscheiden, der denselben oder einen etwas höheren CFM-Wert hat – hier im Beispiel also ca. 50 cfm oder etwas mehr. Wer sich daran orientiert, stellt sicher, dass sein Grow Room die warme, verbrauchte Luft in ausreichendem Maße absaugt. 

Aktivkohlefilter

Gerade während der Blütezeit der Pflanzen kommt man um einen Aktivkohlefilter nicht herum, um den starken Geruch zu entfernen bzw. zu neutralisieren. Er wird normalerweise an das Abluftsystem angeschlossen und filtert die abgesaugte Luft, bevor diese nach draußen gelangen kann. Aufgrund der hohen Dichte von Kohlenstoff funktioniert das in der Regel sehr gut. 

Ventilatoren

Sogenannte oszillierende Ventilatoren bilden ebenfalls einen wichtigen Bestandteil für eine gute Luftzirkulation. Sie werden im Inneren des Grow Rooms angebracht und dienen dazu, Luft um das Blätterdach herumzubewegen. Das beugt nicht nur stehender Luft und damit wiederum Ungeziefer und Krankheiten vor, sondern trägt auch zur Stärkung der Pflanzenstiele bei. Letzteres ist kein zu vernachlässigendes Ziel und geschieht im Freien auf natürliche Weise durch Wind und Wettereinflüsse. 

Zuluftsysteme 

Nun wissen wir, wie ein effizientes System für die richtige Luftzirkulation und die Abfuhr von verbrauchter Luft aussieht. Aber zu einer ordentlichen Belüftung gehört natürlich auch die Zufuhr von frischer Luft. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Passive Zuluft und aktive Zuluft.
Passive Zuluft bedeutet, dass der Grow Room auf natürliche Weise Luft erhält – also einfach über Öffnungen in der Wand des Zeltes. Dem gegenüber steht die aktive Zuluft, bei der mit einem Ansauglüfter nachgeholfen wird. Dieser zieht frische Luft in das Zelt und trägt damit weiterhin zu einer guten Luftzirkulation bei. Außerdem stellt er den Pflanzen ausreichend CO₂ bereit, das sie für die Photosynthese benötigen. 
Bei der Wahl eines passenden Ventilators für die Frischluftzufuhr kann erneut der CFM-Wert zu Hilfe gezogen werden. Dieser sollte etwas geringer als der des Abluftventilators sein. Nur so kann ein Unterdruck im Grow Room erzeugt werden. Das ist wünschenswert, um alle Parameter wie Luftfeuchtigkeit, Temperatur und CO₂-Gehalt der Anbauumgebung im Rahmen zu halten. Denn bei Unterdruck wird dem Raum mehr Luft entzogen als hinzugeführt, und es kommt nicht zu einem Stau alter Luft. 

Optionen zum Aufbau des Belüftungssystems

Wer sich schon einmal mit der Belüftung des Grow Rooms beschäftigt hat, weiß sicherlich, dass es mehrere Möglichkeiten zur Installation gibt. Alle Systeme haben dabei ihre Vor- und Nachteile. 
Besonders beliebt ist die Aufbauabfolge „Aktivkohlefilter – Lüfter – Abluft“. Dabei wird der Aktivkohlefilter vor dem Abluftsystem montiert. So filtert und reinigt er die Luft bereits, bevor sie den Absaugventilator passiert und durch Schläuche nach draußen gelangt. Ihr Hauptvorteil liegt somit auch in der schnellen Geruchsbekämpfung. Gegen das System spricht allerdings der große Platzbedarf, was ihn nur für große Grow Rooms geeignet macht. 
Vom Prinzip her ähnlich funktioniert der Aufbau „Aktivkohlefilter – Beleuchtung – Lüfter – Abluft“, allerdings handelt es sich hierbei um ein geschlossenes System mit Anbaulampen und integrierter Belüftung. Das ist auch schon der Nachteil des Systems, denn es funktioniert nur mit diesen speziellen Lampen. Für die Option spricht der kompakte Aufbau. 
 
Den ersten beiden Möglichkeiten gegenüber steht die Abfolge „Lüfter – Abluft – Aktivkohlefilter“, bei der letzterer am Ende des Abluftsystems angebracht wird. Er filtert die Luft also erst ganz kurz, bevor sie nach draußen gelangt. Das erhöht das Risiko von ungewünschten Gerüchen. Auf die Frage, warum man das in Kauf nehmen würde, gibt es eine einfache Antwort: Bei kleineren Growzelten bzw. eingeschränktem Platz ist man mit dieser Lösung flexibler und der Aktivkohlefilter könnte sogar außerhalb des Zeltes angebracht werden. 

Quellen: 

Autor: Herr Tutzauer

News